Epilog

Schleierhafte Gedanken
Die beiden Bilder „Schleierhafte Gedanken“ und „Memento“ überspannen für mich einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren, in dem ich mich immer wieder mit graphischer Datenverarbeitung und dem Computer als Werkzeug für Bildgestaltung auseinander gesetzt habe. Die Bilder sind Collagen jeweils aus einem sogenannten Million-Points-Picture und einem Bild, das in jüngster Zeit mit einem modernen Bildbearbeitungsprogramm aus einem Foto gewonnen wurde.
Million-Points-Pictures als "generative Computergraphiken" gehörten mit zu den ersten Experimenten, die ich Ende der 1960er Jahre als junger Informatiker unternommen habe. Sie waren damals keineswegs meine eigene Erfindung. Man programmiert eine Formel, die jeden Punkt einer Ebene wieder einen Punkt zuordnet, also einen Punkt in einen neuen Punkt der Ebene „transformiert“. Den transformierten Punkt seinerseits transformiert man wiederum mit derselben Formel und erhält so einen weiteren Punkt. Und nun immer so weiter, bis man genügend Punkte aufgesammelt hat und den Prozess abbricht. Die gesammelten Punkte plottet man und erhält – wenn man Glück hat – eine interessante schleierhafte Struktur.
Eine Million Punkte sind es bei den beiden Bildern nicht gerade aber wohl einige zig-tausend. Mit einem modernen Rechner geht das heute ja auch ziemlich schnell.
In den modernen Bilbearbeitungs- und Paintprogammen stehen inzwischen eine Vielzahl komplexer Transformationen in Gestalt von Filtern, Effekten, Werkzeugen usw. zur Verfügung. So verbinden also Transformationen mit ihren verschiedenartigen und vielfältigen Facetten mein über 40-jähriges Berufsleben mit meinen heutigen auto-didaktischen, künstlerischen Bemühungen.

Memento

